Aktuelles

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Widder AG
Widder AG1 Monat vor
Unter Krankheit versteht man eine „körperliche, geistige oder seelische Störung, die an bestimmten Symptomen erkennbar ist“1).
Widder AG
Widder AG1 Monat vor
Die Ausstellungsordnung zur 28. BRS 2025 mit der angeschlossenen 2. Vergleichsschau der Langhaarzüchter im ZDRK, die Ausstellungsordnung zur 33. Landesverbandsschau des Landesverbandes der Kaninchenzüchter Sachsen-Anhalts, die Helferanmeldung und die Anmeldung für die Industrieaussteller wurden auf der Internetseite www.kaninchen-lsa.de online bereitgestellt. Der Online-Link für die Tieranmeldungen ist ab dem 1. August 2024 verfügbar. Dann wird auch der Papieranmeldebogen veröffentlicht. #28brs2025 #magdeburg #sachsenanhalt
Widder AG
Widder AG2 Monate vor
In den letzten Beiträgen habe ich anhand von, auch älteren Quellen, erläutert, warum es z. B. nicht besonders überraschend ist, dass Jackson et al., 2024 in einer Auswertung von 161.979 Heimkaninchen feststellten, dass Zahnerkrankungen nicht mit der Kopf- oder Ohrenform korrelierten. Was aber viele Heimkaninchen gemeinsam haben, ist eine suboptimale Ernährung mit überwiegend Heu und Gemüse. Dass das schon aus Gründen der Nährstoffversorgung inakzeptabel ist, wollen selbst heute noch viele nicht verstehen und akzeptieren.

Nach Ewringmann, 2016 sollte eine „Portion“ Kaninchenfutter u. a. aus 1/3 Gemüse und 1/4 Obst bestehen. In dem bereits erwähnten Fachmagazin „Rodentia“ schrieb z. B. Viola Schillinger 2011: „Auch zuckerhaltiges Obst und Gemüse wie z. B. Möhren kann in größeren Mengen verfüttert werden. … Gemüse in großer Menge ermöglicht den Kaninchen, sich herauszusuchen, was sie tatsächlich benötigen, und birgt keinerlei Gefahren.“.

Gemüse mit einem hohen Anteil an löslichen Kohlenhydraten („Zucker“) birgt, neben einem ungenügenden Zahnabrieb, auch die Gefahr von Darmerkrankungen. Der zweite Satz offenbart ein tiefes Unverständnis der „selektiven“ Fressweise von Kaninchen.

Kaninchen werden unter den Pflanzenfressern zu den „Konzentrat-Selektierern“ (engl.: Browser) gezählt. Dieser Begriff geht auf Hofmann & Stewart, 1972 zurück, die ihn für afrikanische Wiederkäuer prägten. Später wurde die Einteilung und der Begriff Konzentrat-Selektierer auch auf Tiere in Europa wie z. B. das Kaninchen und das Reh übertragen (Cheeke, 1987, Cheeke, 1994, Van Soest, 1994). Der Begriff „Konzentrat-Selektierer“ bedeutet nicht, dass ein Kaninchen gern aus einer großen Auswahl von Gemüse etwas auswählen würde, sondern dass es sich aus seiner arttypischen Nahrung jene Bestandteile auswählt, die den höchsten Gehalt an Nährstoffen aufweisen und nur wenig Rohfaser enthalten. Das sind von den Blättern frischer, grüner Pflanzen die Blattspitzen. Gemüse steht in Lebensräumen von Wildkaninchen kaum zur Verfügung und wenn, werden Knollen bei Trockenheit angenagt – wegen der Flüssigkeit. Ansonsten werden die oberirdischen Teile, also das Grün, gefressen.

Zwar wählen (selektieren) Kaninchen auch aus einer ad-libitum-Menge von Gemüse – aber sie müssen sich dabei immer für das kleinere Übel entscheiden.

Ich weiß, dass hier auch Tierärzte mitlesen: wenn ein Halter ein Tier mit einem Zahnfehler in der Praxis vorgestellt und erklärt wird, es würde nach den Vorgaben von Tierärzten oder Tierschützern ernährt, bitte kritisch hinterfragen und konsequent auf die arttypische Nahrung verweisen. Klar gibt das Widerrede von Haltern, aber um die geht es nicht, sondern um die Tiere. Man könnte auch dezent darauf hinweisen, dass der Halter nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet ist, sich zu informieren. Das Gesetz schreibt aber nicht vor, wo er sich informiert.

Das Bild zeigt ein junges Kaninchen, welches die Blattspreite eines Löwenzahnblattes frisst. Die Mittelrippe bleibt liegen, weil sie zu viel Rohfaser und zu wenig Nährstoffe enthält.

Quelle;
- Cheeke, P. R. 1987. Rabbit Feeding and Nutrition. Orlando, Florida : Academic Press Inc., 1987. ISBN 0-12-170605-2.
- Cheeke, P. R. 1994. Nutrition and Nutritional Diseases. In: P. J. Manning, D. H. Ringler und C. E. Newcomer. The Biology of the Laboratory Rabbit. 2nd Ed. Orlando, Florida : Academic Press Inc., 1994
- Ewringmann, A. 2016. Leitsymptome beim Kaninchen. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag. ISBN 978-3-13-219361-1
- Hofmann, R. R. und Stewart, D. R. M. 1972. Grazer or browser: a classification based on the stomach-structure and feeding habits of East African ruminants. Mammalia. 1972, 36, S. 226-240
- Schillinger, V. 2011. Mythen in der Kaninchenernährung Teil 2. Die größten Irrtümer über die Fütterung von Kaninchen. Rodentia Mai/Juni 2011. S. 35-37
- Van Soest, P. J. 1994. Nutritional ecology of the ruminant. Sacramento : Comstock Publishing, 1994. ISBN 0-8014-2772-X
Widder AG
Widder AG2 Monate vor
In Deutschland weitgehend unbeachtet blieb bisher eine Arbeit von Böhmer & Böhmer aus dem Jahr 2017. Die Quelle wird zwar zum Aufblähen von Literaturverzeichnissen benutzt, aber auf die Ergebnisse wird nicht eingegangen. Im gleichen Jahr wurde eine Zusammenfassung der Ergebnisse von Christine Böhmer unter dem Titel „Einzigartige Spezialisierung des Gebisses beim Kaninchen“ in der „Rodentia“ veröffentlicht, ein „Kleinsäuger-Fachmagazin“, welches mittlerweile nicht mehr existiert.

Der Sreenshot aus der Rodentia gibt wesentliche Erkenntnisse aus der englischen Originalveröffentlichung wieder. Ich kommentiere die Aussagen nicht, weil sie für sich sprechen. Als Unterstützung für ein besseres Verständnis hatte ich in mehreren Beiträgen verteilt in Bezug auf Futtereigenschaften auf Facebook ab dem 29.03.2024 informiert.

Eine Anmerkung: die Änderung der Kaumuskulatur bei Hauskaninchen wird momentan von „Kaninchenforscherinnen“ im Zusammenhang mit einer „Qualzucht“ von Widderkaninchen auf Grund der hängenden Ohren benutzt. Sollte für diese Aussage auf die Studie von Böhmer & Böhmer, 2017 verwiesen werden, handelt es sich um eine Falschinformation, denn in dieser wurde nicht zwischen Ohrformen unterschieden. Das Zahnerkrankungen bei Hauskaninchen unabhängig von einer Ohr- und Kopfform auftreten, wurde in einer großen Studie von Jackson et al., 2024 festgestellt (Daten von 161.979 Kaninchen).

Quellen:
Böhmer, C. 2017. Einzigartige Spezialisierung des Gebisses beim Kaninchen. Rodentia Nr. 93, März-Mai 2017, Jahrgang 17(1) S. 42-45 (Screenshot)

Böhmer, C., & Böhmer, E. (2017). Shape variation in the craniomandibular system and prevalence of dental problems in domestic rabbits: a case study in evolutionary veterinary science. Veterinary sciences, 4(1), 5. https://doi.org/10.3390/vetsci4010005

Jackson MA, Burn CC,Hedley J, Brodbelt DC, O’Neill DG. 2024. Dental disease in companion rabbits under UK primary veterinary care: Frequency and risk factors. VetRec. 2024;e3993. https://doi.org/10.1002/vetr.3993
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Widder AG2 Monate vor
Schulung auf der Frühjahrstagung in Ronneburg (Thüringen)