Die Grundlagen der Genetik

Kapitel 6

Genetische Defekte

Einführung

Genetische Defekte, auch Anomalien (Unregelmäßigkeiten) genannt, können bei allen Arten von Lebewesen auftreten, so natürlich auch in der Kaninchenzucht. Erbliche Anomalien wirken sich meist ungünstig auf Entwicklung, Vitalität und Fruchtbarkeit aus. Sie erfordern daher in züchterischer Hinsicht größte Aufmerksamkeit und können nur durch strenge Selektion (siehe Kapitel 7) und Beachtung der Vererbungsregeln (siehe Kapitel 2) bestmöglich vermieden werden.  Erblich bedingte Defekte können verschiedenartig in Erscheinung treten. Sie können  u.a. das Skelett, die Organe, das Nervensystem, den Blutkreislauf sowie Haut und Haare betreffen. Selbst ein Teil der Tot- und Frühgeburten, und frühembryonalen Resorptionen (Absterben des ungeborenen Lebens im Mutterleib) sowie ein Teil der Erkrankungen auch im späteren Alter werden von genetischen Faktoren mitbestimmt.

Man unterscheidet in Fachkreisen zwischen Erbkrankheiten und Erbfehlern.

 

Erbkrankheiten

 

Kaninchenschädel ohne Zahnfehlbildungen Harmonisches Scherengebiss Zahnanomalie (Zangengebiss)

 

Erbfehler

Die eigentliche Ursache für das Auftreten von unerwünschten Merkmalen, nennt man Erbfehler. Dabei muss ein Erbfehler aber nicht zwangsläufig eine Erbkrankheit auslösen. Im Gegensatz zu einer Erbkrankheit wird die Vitalität des Lebewesens durch einen reinen Erbfehler nicht unbedingt krankhaft beeinflusst und das Tier ist insbesondere in der Obhut des Menschen durchaus lebensfähig. Typische Beispiele hierfür sind Geschlechtsmissbildungen und Haarstrukturfehler. Durch diese Erbfehler wird die Lebensqualität und die Entwicklung des Tieres nicht beeinträchtigt.

Zu den bekanntesten Anomalien in der Kaninchenzucht gehören: Skelettmissbildungen (u. a. Oberkieferverkürzung,  Missbildungen der Extremitäten), Zahnfehlbildungen, Haarstrukturfehler bis hin zu organischen Anomalien wie z. B. Geschlechtsmissbildungen (z. B. Spaltpenis) sowie der Missbildung oder dem Fehlen von Organen.

Haarstrukturfehler am Kopf bei einem Zwergwiddermix

Autor: Christoph Schumacher, Langerwehe.

Artikel aus der Ausgabe 13/2007 des Deutschen Kleintierzüchters (Kaninchenzeitung)

Quellennachweis:

www.wikipedia.de Rassekaninchenzucht K. Dorn (Neumann Verlag), Kaninchenvererbung Heidrun Eknigk (Oertel & Spörer Verlag); Das große Buch vom Kaninchen Wolfgang Schlolaut (DLG-Verlag).

Bilder und Fotografien:

(Zeichnung Kaninchenschädel) Zimmermann, (Fotos Zahnstellungen) Chr.Schumacher, (Schädelmodell) Wolfgang Jensen, AG Widder, (Foto Haarstrukturfehler) Chr. Schumacher.

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